Engpass von Gewerbeflächen im nördlichen Ruhrgebiet

Das Nachfragepotenzial für Gewerbeflächen im nördlichen Ruhrgebiet ist höher als erwartet. Zu diesem Fazit kommt die Studie zur Zukunft des nördlichen Ruhrgebiets, deren Ergebnisse die RAG Montan Immobilien GmbH beim „Tag der Wirtschaft“ in Bochum vorstellte.

In der Studie „Untersuchung zur gewerblich-industriellen Entwicklung im nördlichen Ruhrgebiet“ wurden Potentiale des Gewerbe- und Industrieflächenmarktes im Kreis Recklinghausen und in den Städten Gelsenkirchen und Herne untersucht. Danach hat das nördliche Ruhrgebiet im Vergleich zu anderen Regionen ein eher unterdurchschnittliches Ansiedlungspotential. Allerdings bestehen zwischen Emscher und Lippe Flächenengpässe für bestimmte Zielgruppen, zum Beispiel im Bereich Logistik.

Auf Basis der Daten ergibt sich für die Region ein Gewerbe- und Industrieflächenbedarf von rund 310 Hektar bis zum Jahr 2018. Aktuell ermittelte aber die Studie auf dem Markt nur rund 160 Hektar verfügbare Flächenvolumen.

„Danach ergibt sich ein zusätzlicher Flächenbedarf bis 2018 von rund 150 Hektar“, rechnet Jörg Lennardt, Geschäftsführender Gesellschafter von ExperConsult, die die Studie durchführte, vor. „Dieser Flächenbedarf ließe sich aus dem Flächenpotential der 11 untersuchten Standorte im Eigentum der RAG und RAG Montan Immobilien allein decken. Allerdings zeigt die tatsächlich realisierte Flächennachfrage von durchschnittlich 50 Hektar pro Jahr für dieses Gebiet, dass es sich bei dem ermittelten Bedarf um eine eher konservative Prognose handelt “, so Lennardt.

„Das Ergebnis der von uns in Auftrag gegebenen Studie hat uns überrascht“, sagt Dr. Annika Edelmann, Leiterin Entwicklung, Marketing und Vertrieb der RAG Montan Immobilien. „Dass auf der einen Seite eine relativ hohe Nachfrage nach Flächen existiert und sich auf der anderen deutliche Flächenengpässe abzeichnen, steht im starken Kontrast zu den Ergebnissen, die wir eigentlich von dieser Studie erwartet hatten. Jetzt können aufgrund der Daten mit unseren kommunalen und regionalen Partnern neue und zeitnahe Wege gesucht werden, um neue Gewerbe- und Industrieflächen zu mobilisieren.“

 

„Mit dieser Studie haben wir eine ideale Unterstützung zur besseren Vermarktung von Entwicklungsflächen im Kreis Recklinghausen“, ergänzt Peter Haumann, Leiter Kreisentwicklung und Wirtschaft Kreis Recklinghausen. „Besonders hervorzuheben ist dadurch die Chance auf eine strategische Entwicklung der Gewerbeflächen auch über die kommunalen Grenzen hinweg zum Vorteil der gesamten Region.“

Insgesamt beläuft sich das Volumen von Entwicklungsflächen, die nach derzeitiger Kenntnis eine gewerbliche Grundeignung aufweisen, im nördlichen Ruhrgebiet auf etwa 800 Hektar. Aufgrund der neuen Erkenntnisse für diesen Raum können nun Marktchancen, Zielbranchen und Profilierungsmöglichkeiten für die jeweiligen Entwicklungsflächen untersucht werden. Die Studie wurde unter Beteiligung der regionalen und kommunalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften durchgeführt.

gi24/RAG

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