
Der Berliner Investmentmarkt erzielte mit einem Transaktionsvolumen von knapp 2,3 Milliarden Euro nur ein Drittel des Vorjahresergebnisses, dennoch liegt das Volumen immer noch gleichauf mit dem Boomjahr 2000. Das ergibt der „Investment Market Report 2009“ für die sechs wichtigsten deutschen Bürostandorte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München, den Atisreal Ende Februar veröffentlichen wird.
„Zum Ergebnis trugen vor allem umfangreiche Abschlüsse im ersten Quartal bei, in dem mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes generiert wurde“, erläutert Sven Stricker, Geschäftsführer der Atisreal GmbH und Berliner Niederlassungsleiter. „Im Umsatzranking der vergangenen 10 Jahre nimmt 2008 noch einen respektablen vierten Platz ein. Auch im Vergleich zu den anderen großen deutschen Investmentstandorten steht der Berliner Markt sehr gut da: In keiner anderen Stadt wurde 2008 mehr investiert“,
so Stricker. Mit einem Volumen von gut 1,9 Milliarden Euro belegt Hamburg mit einigem Abstand den zweiten Platz, gefolgt von München und Frankfurt mit je etwa 1,5 Milliarden Euro.
Obwohl das vergangene Jahr mit 100 Abschlüssen deutlich ruhiger verlief als 2007 (minus 65 %), blieb das durchschnittliche Volumen pro Deal nahezu auf Vorjahresniveau (gut 22,9 Mio. €). Hierzu haben besonders im ersten Quartal umfangreiche Verträge im dreistelligen Millionenbereich beigetragen. Wie auch 2007 resultiert über die Hälfte des Transaktionsvolumens (knapp 54 %) aus Investments ab 50 Millionen Euro. Auch 2008 halten Equity und Real Estate Fonds den größten Anteil am Investmentumsatz (gut 35 %). Im Jahresverlauf nahmen ihre Aktivitäten allerdings spürbar ab. Private Anleger bauten durch eine Vielzahl von Abschlüssen ihren Marktanteil aus und belegen mit gut 15 Prozent des Umsatzes den zweiten Platz vor den Immobilienunternehmen (knapp 14 %) und den Projektentwicklern (gut 8 %). Offene Fonds, die im Vorjahr primär durch den Erwerb des Daimler Quartiers noch an zweiter Stelle rangierten, spielten dagegen keine große Rolle. Der Anteil der ausländischen Käufer liegt nur noch bei knapp 39 Prozent (minus 23 Prozentpunkte).
Auf Verkäuferseite war das Jahr 2008 geprägt von den Corporates (Umsatzanteil: über 46 %), die sich unter anderem durch den Verkauf des Sony Centers an die Spitze setzten. Mit deutlichem Abstand folgen die Bauträger und Projektentwickler (20 %), die insbesondere von der Veräußerung mehrerer Hotelprojekte profitierten. Auch Privatanleger sowie Equity und Real Estate Fonds waren aktiv (jeweils gut 7 %). Immobilienunternehmen und offene Fonds, die im Vorjahr durch großvolumige Verkäufe und Portfoliobereinigungen die Liste anführten, hielten sich 2008 zurück. Der Anteil der ausländischen Verkäufer ist gegenüber dem Vorjahr auf gut 36 Prozent gestiegen (plus 23 Prozentpunkte).
Als gefragte Objektart lag 2008 durch den Verkauf des gemischt genutzten Sony Centers mit Büro-, Einzelhandels, Entertainment- und Wohnflächen die Gruppe sonstige Immobilien mit fast 38 Prozent des Transaktionsvolumens vorn. Einzelhandelsimmobilien belegen mit einem gegenüber dem Vorjahr fast identischen Anteil wieder den zweiten Platz (knapp 29 %), gefolgt von den Büroimmobilien (gut 16 %, minus 18 Prozentpunkte) und Entwicklungsgrundstücken (über 11 %). Auf Logistikimmobilien entfiel wie auch auf Gewerbe- und Industrieobjekte ein Anteil von etwa 3 Prozent des Umsatzes.
Die Top-Citylagen wurden auch 2008 favorisiert. Gegenüber dem Vorjahr bauten sie ihren Anteil noch einmal aus und halten durch mehrere großvolumige Deals einen Anteil von über 53 Prozent am Gesamtumsatz (plus 10 Prozentpunkte). Bei der Anzahl der Abschlüsse liegen wie im vergangenen Jahr die Citylagen vorn (knapp 22 %), gefolgt von den Nebenlagen mit gut 15 Prozent und den Büromarktzonen im Cityrand (knapp 10 %).
Die Renditen setzten ihren Aufwärtstrend fort. Zum Jahresende beläuft sich die Netto-Spitzenrendite für attraktive, voll vermietete Büros in den Top-Lagen auf 5,3 Prozent, während sie zum Vorjahreszeitpunkt noch bei 4,55 Prozent lag. Ausgehend von weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen kann ein weiterer Anstieg der Renditen für 2009 nicht ausgeschlossen werden.
Perspektiven: Prognose schwierig
„Auch im Jahr 2009 werden die Investmentmärkte sich dem Einfluss der Finanzkrise nicht entziehen können“,
prognostiziert Stricker.
„Vor dem Hintergrund der weiterhin nur zurückhaltenden Kreditvergabe und der gründlichen Objektprüfung werden sich Transaktionen hinauszögern. Daher ist das für 2009 zu erwartende Transaktionsvolumen kaum abzuschätzen. Es deutet allerdings einiges darauf hin, dass es unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Weiter leicht steigende Renditen dürften allerdings einen leicht positiven Einfluss auf den Umsatz haben.“
Atisreal / gi24
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