03. September 2010
Von Ruth Vierbuchen - Während Karstadt-Interessent Nicolas Berggruen mit den Gläubigern von Highstreet um die Bedingungen für die Mietverträge ringt, macht allenthalben wieder die Idee von einer Deutschen Warenhaus AG aus Kaufhof und Karstadt die Runde.
Vor allem Metro-Chef Eckhard Cordes bringt das Thema immer wieder gern auf die Tagesordnung, auch wenn er Kaufhof ja eigentlich verkaufen will. Die Fusion der beiden Unternehmen wäre jedoch ein zeitraubender und auch ein sehr kostspieliger Prozess. Zudem stellt sich die grundsätzliche Frage, ob eine solche Fusion wirklich der Weisheit letzter Schluss wäre – für die Unternehmen und für die betroffenen Städte? Anschauliche Beispiele für die Vor- und Nachteile großer Warenhaus-Fusionen gibt es zur Genüge, seit Karstadt im Jahr 1994 den Wettbewerber Hertie und Kaufhof den Wettbewerber Horten übernommen hat. Weiterlesen »
09. Februar 2010
Von Ruth Vierbuchen. Bei Warenhäusern wird gern der Begriff „Konsumtempel“ verwendet, um auszudrücken, dass es beim Einkaufen um Luxus geht, um Freizeitgestaltung und angenehmen Zeitvertreib. Der Begriff spiegelt sich dann auch in der anspruchsvollen Architektur – innen wie außen – wieder.
Die richtige Ausleuchtung der Verkaufsräume ist im Einzelhandel wichtig, um die Ware – im wahrsten Sinne des Wortes – ins rechte Licht zu rücken und so Kaufanreize zu schaffen. Die Kehrseite ist, dass Licht meist auch Wärme erzeugt. In Shopping-Centern, den „Konsumtempeln der Neuzeit“ mit ihren vielen Geschäften, potenziert sich das Problem der Wärme-Erzeugung, sodass die Gebäude aufwendig gekühlt werden müssen. Im Lebensmittelhandel kommen noch ausladende Kühltheken und Tiefkühltruhen hinzu, die viel Energie verbrauchen. Kurz: Um Kauflaune beim Kunden zu erzeugen, verbraucht der Einzelhandel viel Energie. Deshalb hat beispielsweise die Mülheimer Tengelmann-Gruppe vor einem Jahr ihren neuen Klima-Markt in Betrieb genommen, „um zu zeigen, dass man ein modernes Supermarktkonzept mit 50% weniger Energie und ganz ohne CO2-Emissionen betreiben kann“. Weiterlesen »
09. Februar 2010
Von Ruth Vierbuchen. Das Thema Stadtentwicklung hat unvermindert Hochkonjunktur. Wie eine gute Stadtentwicklung aussieht, darüber haben die verschiedenen Gruppierungen jedoch unterschiedliche Auffassungen.
Denn „in Innenstädten präsentieren sich auf engem Raum vielfältige Lebensformen, unterschiedliche wirtschaftliche und soziale Bedürfnisse treffen aufeinander, hier wird gewohnt, gearbeitet und Handel betrieben“, bringt es der DIHK auf den Punkt. Was aber gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise mit der Angst vor wachsender Arbeitslosigkeit für viele Städte interessant ist: Es brechen sich vielerorts kreative Ideen Bahn, wie der DIHK feststellt, und so entstünden oft unbemerkt „neue Geschäftsideen, Unternehmen siedeln sich an und bilden kreative Zellen und Netzwerke“. Weiterlesen »
29. Januar 2010
Von Karin Krentz. Die Berliner Sparkasse hat 6 500 Gespräche, die in den Immobilienberatungscentern des Finanzinstituts geführt wurden, sowie 800 Kaufgesuche ausgewertet. Ein prägnantes Ergebnis: Das Interesse vieler Berliner an den eigenen vier Wänden hat auch während der Wirtschaftskrise nicht nachgelassen.
Vielleicht ist Berlin doch auf die Höhe zu schrauben. Die Berliner Sparkasse reichte 2009 11% mehr Immobilienkredite aus als in den Jahren zuvor. „Kaufpreise und Zinsen liegen weiter auf einem günstigen Niveau“, sagt Heinz Helmut Müller, Direktor Immobilien bei der Berliner Sparkasse. „Mieten und Nebenkosten sind dagegen erheblich gestiegen. Das war häufig ausschlaggebend für eine Kaufentscheidung.“ In jede dritte Immobilienfinanzierung wurden zinsgünstige Darlehen der KfW-Förderbank einbezogen. Weiterlesen »
09. Januar 2010
Von Ruth Vierbuchen. Als Architekt hat sich Walter Brune einen Namen gemacht. Bereits in den 1950er- Jahren baute er für Karstadt 20 Warenhäuser.
Mit den innerstädtischen Einkaufspassagen Kö-Galerie (Foto) und den Schadow-Arkaden setzte er in Düsseldorf in den 1980er-Jahren einen neuen Trend. Mit der Entwicklung des Rhein-Ruhr-Zentrums in Mülheim folgte er 1969/70 dem US-Trend, großflächige Shopping-Center am Stadtrand zu entwickeln und bekennt heute mit 83 Jahren in der FTD: „Ich habe das vor 40 Jahren auch mitgemacht. Aber damals waren wir ahnungslos, was die Folgen angeht.“ In seinen Büchern „Angriff auf die City“ und „CentrO Oberhausen – Die verschobene Stadtmitte“ gehört er heute zur großen Schar der Shopping-Center-Kritiker: Was mit den Städten heute gemacht werde, könne er nicht mit ansehen, sagt er und will das im Rahmen seiner Möglichkeiten in Ordnung bringen. Doch das Thema „großflächige Einzelhandelsimmobilien“ ist wirtschaftlich sehr viel komplexer, als ihre Kritiker das vielfach erkennen können. Der Konflikt zwischen „innerstädtischem Einzelhandel“ und „Grüner Wiese“ schwelt schon seit Jahrzehnten – lange vor dem Shopping-Center-Boom in Deutschland – und begann mit der Ansiedlung der ersten großflächigen SB-Warenhäuser in der 1970/80er-Jahren. Weiterlesen »
11. Dezember 2009
Von Ruth Vierbuchen. Beim Thema „Factory Outlet Center“ (FOC) macht sich bei deutschen Modeherstellern erst einmal Zurückhaltung breit.
Denn der hiesige Einzelhandel fürchtet im dicht besiedelten Deutschland die Konkurrenz dieser „Fabrikverkaufsstellen“ und hat sich bislang massiv gegen die Ansiedlung zur Wehr gesetzt. Entsprechend groß ist die Angst der Hersteller, vom Einzelhandel ausgelistet zu werden, wenn sie in ein FOC einziehen. Auch die restriktive Genehmigungspraxis in Deutschland spiegelt diesen Konflikt. Gleichwohl gibt es die stillschweigend tolerierten Abverkaufsstellen im Umfeld der Produktionsstandorte der Hersteller in recht großer Zahl. Denn die Produktion der Mode ist nicht punktgenau am Bedarf zu steuern, so dass überschüssige Ware, die der Handel nicht abnimmt, oder Musterkollektionen, anderweitig verkauft werden müssen. Das ist vom Einzelhandel mehr oder weniger tolerierte Praxis. Weiterlesen »
11. Dezember 2009
Von Sabine Richter. Karstadt, Hertie, Sinn-Leffers, Woolworth, Pohland, Wehmeyer… Die Liste der Warenhäuser und traditionellen Bekleidungskaufhäuser, die 2008 und 2009 Insolvenz anmelden mussten, ist lang.
Hertie wurde im Zuge der Insolvenz liquidiert, bei Karstadt werden im Zuge des Insolvenzplanverfahrens etwa 10 Häuser geschlossen und bei den Textilkaufhäusern wurden zahlreiche Filialen aufgegeben. Für diese innerstädtischen Lagen gilt es neue Nutzungen zu finden. Die Zahl der großflächigen Immobilien in zentralen Lagen, für die Nachnutzungen gesucht werden müssen, beziffert die GMA (Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung) mit einigen Hundert. Ansonsten drohen eine Reihe von Kollateralschäden – der Wegfall innerstädtischer Anziehungspunkte und Frequenzbringer, bis hin zur Verödung von Innenstadt und Stadtteillagen. Wie kann das Leben nach Hertie und der Schließung zahlreicher Kauf- und Warenhäuser in den Innenstadtlagen aussehen? Weiterlesen »
11. Dezember 2009
Von Ruth Vierbuchen. Mit einem erwarteten Umsatzrückgang von nominal 2% für 2009 steht der deutsche Einzelhandel noch gut da: Im verarbeitenden Gewerbe gingen die Erlöse bis Ende September um 19,3% zurück.
Tröstlich ist allein die Tatsache, dass sich der Rückgang im September mit -13,6% verlangsamt hat. Und auch der Maschinenbau kann sich freuen, dass die Umsätze im September mit 23,3% weniger stark gesunken sind als noch im Juli und August mit -32%. Einen ähnlich hohen Umsatzrückgang wie 2009 verzeichnete der Einzelhandel zuletzt im Krisenjahr 2002 mit einem Minus von nominal -1,8%, bis dato der niedrigste Wert seit 1995. Der deutsche Einzelhandel hat zweifellos schon seit langem den Boden gefunden. Dennoch hinterlässt die Krise verheerende Spuren im deutschen Einzelhandel und in Deutschlands Innenstädten wie die Insolvenzen von Sinn Leffers, Wehmeyer, Woolworth, Quelle, Pohland oder Hertie zeigen. Und mit Arcandor entfällt auch der größte Insolvenzfall Deutschlands auf den Einzelhandel. Weiterlesen »
11. Dezember 2009
Von Ruth Vierbuchen. Im preisaggressiven deutschen Lebensmittelhandel haben die kleinen Geschäfte ihre Existenzgrundlage verloren.
Kleine Gemeinden mit weniger als 3 500 Einwohnern haben die Filialisten bei ihrer Expansion nicht mehr auf dem Radar. So können bundesweit etwa 8 Mio. Menschen ihren kurzfristigen Bedarf nur noch unzureichend decken. Mitte der 1980er-Jahre rutschte die Hamburger Edeka in die roten Zahlen. Hauptgrund: Die Filialen der selbstständigen Kaufleute waren im Schnitt zu klein. Folge: Die Belieferung der zahlreichen kleinen Märkte – mit kleinen Mengen – ließ die Transportkosten aus dem Ruder laufen. Das System war zu ineffizient und zu teuer. Als Konsequenz aus der Misere zog sich Edeka 1985 aus der Öffentlichkeit zurück und ging systematisch daran, das Filialnetz einer Um- und Neustrukturierung zu unterziehen, um Jahre später als Deutschlands größter Lebensmitteleinzelhändler zurück zu kehren. Der Fall Edeka zeigt plakativ, welcher Strukturwandel in den 1980er-Jahren im hart umkämpften deutschen Lebensmitteleinzelhandel mit seinen niedrigen Umsatzrenditen einsetzte. Höchste Kosteneffizienz und das Streben Weiterlesen »
27. November 2009
Von Susanne Klaußner. In Deutschland gibt es derzeit rund 50 000 Fachmarktstandorte. Davon 15 000 Standorte für Lebensmitteldiscounter sowie 22 000 Standorte im Bereich Vollsortiment und SB-Warenhaus.
Hinzu kommen ca. 414 Shopping-Center. Für 2009 sind über 600 neue Standorte geplant, die jedoch teilweise bestehende Altstandorte ersetzen. Der Einzelhandelsbesatz steigt damit konstant. Im Gegenzug werden die Kommunen in einigen Bundesländern, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen und Berlin, auf Grund der starken Expansionsbemühungen immer restriktiver bei der Neuausweisung von Handelsstandorten. Für Immobilieninvestoren bietet dies die Möglichkeit, durch Umnutzungen und Standorterweiterungen sowie Revitalisierungen bestehende Shopping-Center-Standorte aus den 70er und 80er Jahren, ehemalige Baumarktstandorte oder große SB-Warenhäuser, wie z. B. die früheren Wal-Mart-Standorte, zu revitalisieren oder durch Umnutzungen einer neuen und zeitgemäßen Nutzung zuzuführen. Weiterlesen »