09. Januar 2010
Von Ruth Vierbuchen. Als Architekt hat sich Walter Brune einen Namen gemacht. Bereits in den 1950er- Jahren baute er für Karstadt 20 Warenhäuser.
Mit den innerstädtischen Einkaufspassagen Kö-Galerie (Foto) und den Schadow-Arkaden setzte er in Düsseldorf in den 1980er-Jahren einen neuen Trend. Mit der Entwicklung des Rhein-Ruhr-Zentrums in Mülheim folgte er 1969/70 dem US-Trend, großflächige Shopping-Center am Stadtrand zu entwickeln und bekennt heute mit 83 Jahren in der FTD: „Ich habe das vor 40 Jahren auch mitgemacht. Aber damals waren wir ahnungslos, was die Folgen angeht.“ In seinen Büchern „Angriff auf die City“ und „CentrO Oberhausen – Die verschobene Stadtmitte“ gehört er heute zur großen Schar der Shopping-Center-Kritiker: Was mit den Städten heute gemacht werde, könne er nicht mit ansehen, sagt er und will das im Rahmen seiner Möglichkeiten in Ordnung bringen. Doch das Thema „großflächige Einzelhandelsimmobilien“ ist wirtschaftlich sehr viel komplexer, als ihre Kritiker das vielfach erkennen können. Der Konflikt zwischen „innerstädtischem Einzelhandel“ und „Grüner Wiese“ schwelt schon seit Jahrzehnten – lange vor dem Shopping-Center-Boom in Deutschland – und begann mit der Ansiedlung der ersten großflächigen SB-Warenhäuser in der 1970/80er-Jahren. Weiterlesen »
11. Dezember 2009
Von Ruth Vierbuchen. Beim Thema „Factory Outlet Center“ (FOC) macht sich bei deutschen Modeherstellern erst einmal Zurückhaltung breit.
Denn der hiesige Einzelhandel fürchtet im dicht besiedelten Deutschland die Konkurrenz dieser „Fabrikverkaufsstellen“ und hat sich bislang massiv gegen die Ansiedlung zur Wehr gesetzt. Entsprechend groß ist die Angst der Hersteller, vom Einzelhandel ausgelistet zu werden, wenn sie in ein FOC einziehen. Auch die restriktive Genehmigungspraxis in Deutschland spiegelt diesen Konflikt. Gleichwohl gibt es die stillschweigend tolerierten Abverkaufsstellen im Umfeld der Produktionsstandorte der Hersteller in recht großer Zahl. Denn die Produktion der Mode ist nicht punktgenau am Bedarf zu steuern, so dass überschüssige Ware, die der Handel nicht abnimmt, oder Musterkollektionen, anderweitig verkauft werden müssen. Das ist vom Einzelhandel mehr oder weniger tolerierte Praxis. Weiterlesen »
11. Dezember 2009
Von Sabine Richter. Karstadt, Hertie, Sinn-Leffers, Woolworth, Pohland, Wehmeyer… Die Liste der Warenhäuser und traditionellen Bekleidungskaufhäuser, die 2008 und 2009 Insolvenz anmelden mussten, ist lang.
Hertie wurde im Zuge der Insolvenz liquidiert, bei Karstadt werden im Zuge des Insolvenzplanverfahrens etwa 10 Häuser geschlossen und bei den Textilkaufhäusern wurden zahlreiche Filialen aufgegeben. Für diese innerstädtischen Lagen gilt es neue Nutzungen zu finden. Die Zahl der großflächigen Immobilien in zentralen Lagen, für die Nachnutzungen gesucht werden müssen, beziffert die GMA (Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung) mit einigen Hundert. Ansonsten drohen eine Reihe von Kollateralschäden – der Wegfall innerstädtischer Anziehungspunkte und Frequenzbringer, bis hin zur Verödung von Innenstadt und Stadtteillagen. Wie kann das Leben nach Hertie und der Schließung zahlreicher Kauf- und Warenhäuser in den Innenstadtlagen aussehen? Weiterlesen »
11. Dezember 2009
Von Ruth Vierbuchen. Mit einem erwarteten Umsatzrückgang von nominal 2% für 2009 steht der deutsche Einzelhandel noch gut da: Im verarbeitenden Gewerbe gingen die Erlöse bis Ende September um 19,3% zurück.
Tröstlich ist allein die Tatsache, dass sich der Rückgang im September mit -13,6% verlangsamt hat. Und auch der Maschinenbau kann sich freuen, dass die Umsätze im September mit 23,3% weniger stark gesunken sind als noch im Juli und August mit -32%. Einen ähnlich hohen Umsatzrückgang wie 2009 verzeichnete der Einzelhandel zuletzt im Krisenjahr 2002 mit einem Minus von nominal -1,8%, bis dato der niedrigste Wert seit 1995. Der deutsche Einzelhandel hat zweifellos schon seit langem den Boden gefunden. Dennoch hinterlässt die Krise verheerende Spuren im deutschen Einzelhandel und in Deutschlands Innenstädten wie die Insolvenzen von Sinn Leffers, Wehmeyer, Woolworth, Quelle, Pohland oder Hertie zeigen. Und mit Arcandor entfällt auch der größte Insolvenzfall Deutschlands auf den Einzelhandel. Weiterlesen »
11. Dezember 2009
Von Ruth Vierbuchen. Im preisaggressiven deutschen Lebensmittelhandel haben die kleinen Geschäfte ihre Existenzgrundlage verloren.
Kleine Gemeinden mit weniger als 3 500 Einwohnern haben die Filialisten bei ihrer Expansion nicht mehr auf dem Radar. So können bundesweit etwa 8 Mio. Menschen ihren kurzfristigen Bedarf nur noch unzureichend decken. Mitte der 1980er-Jahre rutschte die Hamburger Edeka in die roten Zahlen. Hauptgrund: Die Filialen der selbstständigen Kaufleute waren im Schnitt zu klein. Folge: Die Belieferung der zahlreichen kleinen Märkte – mit kleinen Mengen – ließ die Transportkosten aus dem Ruder laufen. Das System war zu ineffizient und zu teuer. Als Konsequenz aus der Misere zog sich Edeka 1985 aus der Öffentlichkeit zurück und ging systematisch daran, das Filialnetz einer Um- und Neustrukturierung zu unterziehen, um Jahre später als Deutschlands größter Lebensmitteleinzelhändler zurück zu kehren. Der Fall Edeka zeigt plakativ, welcher Strukturwandel in den 1980er-Jahren im hart umkämpften deutschen Lebensmitteleinzelhandel mit seinen niedrigen Umsatzrenditen einsetzte. Höchste Kosteneffizienz und das Streben Weiterlesen »
27. November 2009
Von Susanne Klaußner. In Deutschland gibt es derzeit rund 50 000 Fachmarktstandorte. Davon 15 000 Standorte für Lebensmitteldiscounter sowie 22 000 Standorte im Bereich Vollsortiment und SB-Warenhaus.
Hinzu kommen ca. 414 Shopping-Center. Für 2009 sind über 600 neue Standorte geplant, die jedoch teilweise bestehende Altstandorte ersetzen. Der Einzelhandelsbesatz steigt damit konstant. Im Gegenzug werden die Kommunen in einigen Bundesländern, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen und Berlin, auf Grund der starken Expansionsbemühungen immer restriktiver bei der Neuausweisung von Handelsstandorten. Für Immobilieninvestoren bietet dies die Möglichkeit, durch Umnutzungen und Standorterweiterungen sowie Revitalisierungen bestehende Shopping-Center-Standorte aus den 70er und 80er Jahren, ehemalige Baumarktstandorte oder große SB-Warenhäuser, wie z. B. die früheren Wal-Mart-Standorte, zu revitalisieren oder durch Umnutzungen einer neuen und zeitgemäßen Nutzung zuzuführen. Weiterlesen »
27. November 2009
Von Ruth Vierbuchen. Immobilienmessen sind wichtige Plattformen für Kontakte, konstruktive Gespräche und die Möglichkeit, Geschäfte abzuschließen. Sie sollte aber zweifellos keine Lizenz zum Geld-Drucken sein.
Auch nicht für die Veranstalter der Internationalen Handelsimmobilien-Messe Mapic in der glamourösen Filmstadt Cannes. Manager aus der Immobilien-Szene, die der wichtigen Branchen-Messe diesmal fern geblieben sind, führen die exorbitant hohen Kosten als Grund dafür an. Die Eintrittsgebühren liegen um ein Vielfaches über denen der Expo Real. Und der Glamour-Faktor, den die attraktiven „Locations“ am Boulevard de la Croisette für angesagte Parties bieten – von den Yachten im Hafen ganz zu schweigen – und das mediterrane Flair der Stadt zählen wenig in Zeiten der Weltwirtschaftskrise. Weiterlesen »
20. November 2009
Von Dr. Karina Junghanns. „In Beton gegossene Ideen müssen gute Ideen sein, die auch morgen noch Bestand haben.“
Dieser von Kurt Biedenkopf, Ex-Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, einst geprägte Satz hat in der Diskussion zum Thema „Nachhaltigkeit“ und „Green Building“ neue Aktualität gewonnen. Es geht um den Lebenszyklus eines Gebäudes, um Ökonomie und Ökologie. Es geht um Energie- und Flächeneffizienz, Raumklima, Gebäudetechnik und professionelles Facility Management. Gebäude, die nach 30 Jahren abgerissen werden, sind nicht nachhaltig, weder ökologisch noch ökonomisch. Fühlt sich der Nutzer eines Bürogebäudes an seinem Arbeitsplatz nicht wohl, hat dies unmittelbare betriebswirtschaftliche Konsequenzen. Mit zwei repräsentativen Büroobjekten macht jetzt Köln auf sich aufmerksam: Das „Westgate“ und die „Cologne Oval Offices“ – beides Objekte der Münchener Meag – haben von der EU das Umweltsiegel "Green Building" bekommen. Weiterlesen »
20. November 2009
Von Werner Rohmert. Selten war der Platzierungsmarkt geschlossener Fonds so gespalten. Einige leben von der Sonderkonjunktur einfacher Konstruktionen mit deutschen Immobilien.
Alles was einen Mietvertrag hat, heißt heutzutage „Core“. Früher nannten wir viele solche Immobilien „Mietvertrag mit Wetterschutz“. Australien boomt gleichfalls. Ob das Finanzamt etwaige Objektbesichtigungen der Anleger anerkennt? Schiffe, USA und komplexe Konstruktionen sind dagegen tot. Dennoch sendet schwer gebeutelte Markt der geschlossenen Fonds Lichtzeichen. Er hat sich im dritten Quartal um 9,9% verbessert. Der umgekehrte Basiseffekt macht sich bemerkbar. Der Fondsverband VGF ermittelte bei seinen Mitgliedern ein Platzierungsergebnis von 739,9 Mio. Euro. Im Juli wurden 215,5 Mio. Euro, im August 234,7 Mio. Euro und im September 289,9 Mio. Euro platziert. Treiber dieser Entwicklung dürften insbesondere Immobilien- und New Energy Fonds sein, auch wenn der Verband dazu keine offiziellen Zahlen herausgibt. Weiterlesen »
20. November 2009
Von Werner Rohmert. Während manche Spezialisten wie z. B. Gerhard K. Kemper im Backgroundgespräch vor rund einem Jahr bei insgesamt positiver Einschätzung des Handels im Fachmarktsegment am ehesten ein Überangebot befürchten, waren die Teilnehmer und Referenten des Deutschen Fachmarktimmobilien-Kongresses 2009 eher positiv gestimmt.
Dennoch startete die Veranstaltung mit einem eher skeptischen Ausblick des Deutsche Bank Chefvolkswirtes Norbert Walter, der sich zum Ende seiner Angestellten-Laufbahn zunehmend weltpolitisch staatsmännisch mit Vorschlägen für die Politik gibt. Die Deutschen müssten wieder ihre Stärken ausspielen. Sie würden weltweit als Inkarnation der Zuverlässigkeit geschätzt. Hinsichtlich der Koalitionsvereinbarungen sah er vor allem Nutzen bei Steuerberatern, WP’s und Notaren, aber weniger bei der Bevölkerung. Steuerberater verwiesen aber im Backgroundgespräch auf die wohl fehlende Kenntnis der Honorarordnung; denn auch für sie sei das Koalitionspapier ein reines Arbeitsbeschaffungsprogramm. Weiterlesen »
