Der Name Quelle wird nicht sterben

13. November 2009

Der Name Quelle wird nicht sterbenDer Name „Quelle“ wird trotz Liquidation des Fürther Versenders nicht sterben. Mit dem ertragreichen Russlandgeschäft hat sich die Hamburger Otto Group auch die Rechte an der Marke „Quelle“ gesichert.

Für die Quelle-Mitarbeiter, die ihren Job verlieren, dürfte es indessen ein schwacher Trost sein, dass zumindest der Name „Quelle“ überleben wird. Der Hamburger Wettbewerber hat sich mit dem besten Angebot im Bieterverfahren zweifellos auch deshalb durchgesetzt, weil er den Wert der 82 Jahre alten Marke kennt und weiß, was er in seinem Verbund aus vielen Versandmarken damit machen kann. Dass er mit Quelle Russland sein eigenes Geschäft auf diesem Zukunftsmarkt stärken und den Umsatz um 170 Mio. auf 370 Mio. Euro steigern kann, ist eine Seite. Immerhin hat Quelle Russland laut Insolvenzverwalter Görg eine überdurchschnittlich gut verdienende, junge Stammkundschaft.

Welche Chancen sich Otto durch den Erwerb der Namensrechte ausrechnet, lässt sich an der Tatsache ablesen, dass er sich u. a. auch die Namensrechte für die Eigenmarke „Privileg“ (für weiße Ware) gesichert hat. Insgesamt 65 Mio. Euro hat sich Otto das Gesamtpaket immerhin kosten lassen. Der Nutzen lässt sich aus der Historie und der unterschiedlichen Positionierung von Otto und Quelle ableiten: Otto hat traditionell eine jüngere Kundschaft als Quelle. Außerdem hat sich Quelle schon in der Vergangenheit sehr viel stärker als Otto auf das Technik-Segment konzentriert. Weil die Markenhersteller von Elektrogeräten in den 1960er- und 70er-Jahren die preisgünstigen Versender aber nicht mit ihren Marken beliefern wollten, entwickelte Quelle in der Not ihre Eigenmarke „Privileg“, die regelrechten Markencharakter erreicht hat. Im Segment weiße Ware bringt es Quelle auf einen Marktanteil von 30% und ein preisgünstiges Image. Davon profitierte der Versender auch nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung 1989/90, als die Ostdeutschen den Nachholbedarf bei ihrer Hausausstattung decken mussten.

Der Name Quelle war hier bestens bekannt. Otto musste hier nachlegen und konzentrierte sich auf Markenware. Diese unterschiedliche Marktpositionierung dürfte sich Otto, der auf Spezialkataloge und die gezielte Ansprache verschiedener Konsumentengruppen setzt, zunutze machen. Mit welchen Sortimenten Otto letztlich unter dem Namen Quelle auf den Markt kommen wird, bleibt abzuwarten. Die Marke „Privileg“ wird aber sicher dabei sein. Quelle ist nicht die erste Traditionsmarke, die Otto übernommen hat. So übernahmen er den angeschlagenen Versender Witt/Weiden sowie Schwab, Heine und Baur. „Als ich 1950 in den Verband des Versandhandels eintrat“, erinnert sich Unternehmensgründer Werner Otto, „gab es ein paar Hundert Versandhandelsfirmen: davon war mindestens die Hälfte größer als mein Betrieb. Nordland, Werner Werl – wo sind sie geblieben? Die meisten existieren nicht mehr.“ Mit der Liquidation von Quelle setzt sich dieser Prozess auf spektakuläre Weise fort. (GI24/HIR, Nr. 59)

 


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Ein Kommentar zu:
“Der Name Quelle wird nicht sterben”

  1. Klaus sagt:

    QUELLE hat es doch tatsächlich geschaft. Bin heute auf die neue Internetseite von dem Onlineshop gstoßen und war erstaunt über das neue Konzept. quelle.de ist jetzt ein reiner Online-Marktplatz und es gibt keine Kataloge mehr. Ich persönlich finde das sehr gut, da heutzutage ja eh fast alles online passiert und gekauft wird. BIn gespannt, was da noch so kommt :)

    LG, Klaus

 

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