Der deutsche Wohnimmobilienmarkt zeigt sich im 1. Halbjahr 2009 von der weltweiten Wirtschaftskrise immer noch weitgehend unbeeindruckt.
Von Christina Winckler. Der deutsche Wohnimmobilienmarkt zeigt sich im 1. Halbjahr 2009 von der weltweiten Wirtschaftskrise immer noch weitgehend unbeeindruckt. In vier der acht von Jones Lang LaSalle (JLL) untersuchten Städte sind die Schwerpunktmieten in diesem Zeitraum angestiegen. Mit Ausnahme von Köln liegen jedoch auch die Mieten den anderen Metropolen über dem Vorjahresniveau.
Die teuerste Stadt Deutschlands bleibt mit 12,40 Euro München. Den höchsten Mietanstieg erlebte Hamburg und liegt daher nun um internen Ranking vor Stuttgart auf dem dritten Platz. In der Hansestadt müssen in der Spitzt 9,85 Euro/qm/ mtl. gezahlt werden.
Weiterhin günstig sind die Mieten in Berlin und Leipzig. Zu dieser positiven Lage trage in Deutschland die räumlich sehr differenzierte Bevölkerungsentwicklung bei, so JLL. So kämpfen auf der einen Seite Städte und Gemeinden in strukturschwachen und ländlichen Regionen mit dem Problem starker Abwanderungs- und Überalterungs-Tendenzen. Die Großstädte hingegen erfahren auf der anderen Seite eine erhebliche Zuwanderung und Einwohnerverjüngung sowie ein Wachstum der Ein- und Zwei-Personen-Haushalte. Diese Nachfrage setze die Märkte unter Druck, konstatiert JLL. Denn diese ausdifferenzierte Gruppe habe Ansprüche an Wohnraum, die häufig n mit dem aktuellen Angebot nicht befriedigt werden können. Diese Entwicklung sei nicht wirklich neu. Aber die notwendige Bautätigkeit in den Metropolen bleibe noch immer hinter dem Bedarf zurück.
Dadurch werden auch künftig die Mieten und Preise weiter steigen werden. Bei der Untersuchung von Eigentums- und Mietwohnungen zeichnen sich entgegen gesetzt Trends ab. Während in den hochpreisigen Städten München und Frankfurt die Mieten zum vorjährigen Vergleichszeitraum leicht zurückgehen, zeigt sich in beiden ein Anstieg der Kaufpreise für Eigentumswohnungen. Demgegenüber ist sowohl die Miet- als auch die Kaufpreisentwicklung in den anderen untersuchten Städten von Stagnation oder Verteuerung gekennzeichnet. Investoren halten Deutschland nach wie vor für einen attraktiven Standort für Immobilieninvestitionen. Auch wenn der Investmentmarkt weiterhin von ungünstigen Finanzierungsbedingungen beherrscht wird, gibt es doch einige positive Entwicklungen.
Nach einer Beruhigung im Jahr 2008 legt das von JLL erfasste Portfolio- Transaktionsvolumen im Wohnimmobiliensektor gegenüber dem Vergleichszeitraum deutlich zu. Allein im 2. Quartal 2009 wurden 15.000 gehandelte Wohneinheiten registriert. Seit Anfang 2008 weist kein Quartal eine solche Menge an verkauften Wohnungen aus (der Verkauf der 93.000 LEG-Wohnungen im Juni 2008 bleibt hier unberücksichtigt). Portfoliotransaktionen mit mehr als 10.000 Wohnungen – wie in den vergangenen Jahren – sieht JLL weiterhin nicht.
Bereits zum dritten Mal analysierte JLL Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/M, Hamburg und München, zum zweiten Mal die Wohnungsmärkte von Köln, Leipzig und Stuttgart. (gi24/DIB, Nr. 204, Foto: © Thomas Max Müller, pixelio.de)
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