Hamburg: Bürovermietungsmarkt 3. Quartal 2011

04. Oktober 2011

Büroflächenumsatz in Hamburg legt erneut zu / Leerstand weiter rückläufig. Die Lage der Hamburger Wirtschaft erweist sich ungeachtet der weltweiten Eintrübung der Konjunkturperspektiven als stabil. Die Büroflächennachfrage überstieg zum Ende des dritten Quartals laut Berechnungen des Immobiliendienstleisters Grossmann & Berger mit 380.000 Quadratmetern das Ergebnis des Vorjahreszeitraums um 6 Prozent. „Die guten binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen die Marktteilnehmer positiv. Das Angebot an Flächen und neuen Projekten bietet den Unternehmen eine attraktive Auswahl“, so Andreas Rehberg, Geschäftsführer von Grossmann & Berger.

Verstärkte Umsatztätigkeit im mittleren Flächensegment
Den Schwerpunkt der Umsatztätigkeit mit rund 50 Prozent der vermieteten Flächen bildete das mittlere Flächensegment zwischen 1.001 bis 5.000 Quadratmeter. Insbesondere das Segment 2.001 bis 5.000 Quadratmeter steigerte mit einem Plus von rund 30 Prozent seinen Anteil am Gesamtumsatz deutlich. Insgesamt entfielen auf diese Flächengrößenklasse 27 Abschlüsse mit vielen namhaften Unternehmen, wie beispielsweise mit dem Logistikunternehmen Buss Group GmbH & Co. KG (Am Sandtorkai 48, HafenCity) oder der internationalen Anwaltskanzlei Norton Rose Germany LLP (Bleichenbrücke 10, City). Großabschlüsse hatten hingegen mit 17 Prozent einen relativ geringen Anteil am Flächenumsatz. In den ersten drei Quartalen wurden lediglich fünf Deals mit über 5.001 Quadratmetern Bürofläche registriert. In das dritte Quartal fielen die Flächenerweiterung der Allianz Deutschland AG um rund 5.000 Quadratmeter (Kapstadtring 2, City Nord) und die Anmietung des Beratungsunternehmen Esche Schümann Commichau, welches ab Herbst rund 6.600 Quadratmeter Bürofläche im „Haus Java“ im Überseequartier (Am Sandtorkai 44, HafenCity) beziehen wird.

Büroteilmarkt City weiterhin Spitzenreiter
Spitzenreiter hinsichtlich der räumlichen Verteilung der Umsatztätigkeit waren unverändert die beiden Teilmärkte City (rund 100.000 Quadratmeter) und City Süd (rund 50.000 Quadratmeter), auf die zusammen rund 40 Prozent des Flächenumsatzes entfielen. Verschiebungen ergaben sich auf den Rängen drei und vier. Harburg platzierte sich erstmals als drittstärkster Teilmarkt (rund 60.000 Quadratmeter) und verdrängte die HafenCity (rund 34.000 Quadratmeter) auf Platz vier. Grund hierfür ist der jüngste Beschluss des Hamburger Senats über den Umzug der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) zusammen mit einigen bisherigen Außenstellen nach Wilhelmsburg in einen Behördenneubau an der Neuenfelder Straße.

Beratungsunternehmen expandieren weiter
Bei der Betrachtung des Flächenumsatzes nach Branchenzugehörigkeit erwiesen sich abermals die Beratungsunternehmen als besonders expansiv. Gegenüber dem Vergleichzeitraum des Vorjahres konnte die Branche Beratung, die traditionell in Hamburg die größten Flächenumsätze generiert, mit einem Umsatzanteil von 21 Prozent (80.000 Quadratmeter) erneut stark zulegen. Die Bereiche Öffentliche Einrichtungen sowie Information und Kommunikation folgten mit Umsatzanteilen von 16 Prozent und 12 Prozent auf Platz zwei und drei.

Steigende Mieten und weniger Incentives
„Büronutzer können sich in Hamburg weiterhin über ein großes Flächenangebot freuen. Allerdings führt der gute Flächenabsatz dazu, dass sich zunehmend höhere Mietpreisforderungen durchsetzen lassen und die Incentivepakete kleiner werden“, so Andreas Rehberg. Dies spiegelt sich in der Entwicklung der Miete wieder. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Durchschnittsmiete für Hamburg um 40 Cent und liegt aktuell bei 13,90 Euro/Quadratmeter/Monat. Die Bürospitzenmiete kletterte im gleichen Zeitraum um 50 Cent auf 23,50 Euro/Quadratmeter/Monat. Mieten im hochpreisigen Segment über 20,00 Euro/Quadratmeter/Monat werden vornehmlich in den Adresslagen wie Neuer Wall oder in Objekten mit herausragenden Alleinstellungsmerkmalen (z. B. Blicksituationen) erzielt.

Leerstandsrückgang bei geringem Fertigstellungsvolumen
Nach wie vor konkurrieren in Hamburg zahlreiche Büroflächen um neue Nutzer. Allerdings ist der Leerstand seit Beginn des Jahres deutlich zurückgegangen. So betrug die Leerstandsquote zum Ende des dritten Quartals 8,4 Prozent, während der Wert zum Jahreswechsel noch bei 9,8 Prozent lag. Aktuell stehen in Hamburg rund 1,098 Millionen Quadratmeter Bürofläche zur Vermietung frei. Die Verteilung des Flächenangebots konzentriert sich dabei auf die zugleich umsatzstärksten Teilmärkte City (rund 251.000 Quadratmeter), City Süd (rund 275.000 Quadratmeter) und HafenCity (rund 82.000 Quadratmeter). Mit einem Fertigstellungsvolumen von 223.000 Quadratmetern in 2011 und 237.000 Quadratmetern in 2012 ist die gewerbliche Bautätigkeit in Hamburg im Vergleich zu den Vorjahren 2009 und 2010 mit Werten von über 280.000 Quadratmetern Bürofläche deutlich zurückgegangen. Während die Bauprojekte in 2011 mit einer aktuellen Vorvermietungsquote von 35 Prozent eher schleppend vom Markt absorbiert werden, sind von den in 2012 fertigzustellenden Büroflächen bereits 72 Prozent vertraglich gebunden. Dabei bilden die Hamburger Innenstadt sowie das Entwicklungsgebiet HafenCity die Schwerpunkte der baulichen Tätigkeit. In 2011 und 2012 werden in diesen Bereichen Büroflächen mit einem Volumen von rund 180.000 Quadratmetern bzw. 64.000 Quadratmetern beziehbar.

Weltwirtschaft noch ohne Auswirkungen auf Nachfrage
Die durch die vorherrschenden globalen Risiken verursachte Verunsicherung an den Finanzmärkten hat derzeit noch keine unmittelbare Auswirkung auf die Hamburger Wirtschaft. „Viele Unternehmen zeigen sich weiterhin expansiv und sind auf der Suche nach neuen Büroflächen. Aufgrund des gestiegenen Büroflächenumsatzes und der gegenwärtig äußerst guten Gesuchslage gehen wir davon aus, dass das Ergebnis für das Gesamtjahr 2011 über dem Niveau des Vorjahres von 500.000 Quadratmetern liegen wird. Wir hoffen, dass sich die derzeitige Dynamik auch im nächsten Jahr fortsetzten wird. Allerdings geben wir zu Bedenken, dass die für 2012 prognostizierte Wachstumsverlangsamung der deutschen Wirtschaft auch spürbare Auswirkungen auf den Hamburger Büromarkt haben wird“, so Andreas Rehberg.

(c) gi24

 


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