Von Christina Winckler. Mit 52% stellen die Wohnungseigentümer in Deutschland die absolute Mehrheit. Dies ist das Ergebnis einer im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS) erstellten Untersuchung des Forschungsinstituts empirica. Nach Auswertung der statistischen Daten für 2008 liegt das Saarland mit 63% an der Spitze. In Hamburg und Berlin hingegen lebt nur einer von vier bzw. von fünf Einwohnern in den eigenen vier Wänden. Nach Auskunft von LBS-Research wird die Wohnungseigentumsquote in der Regel daran gemessen wie viele Wohnungen von den Eigentümern selbst genutzt werden.
Dieser Anteil liegt aktuell bei 43%. Diese Zahl unterschätze die Bedeutung des Lebens im Eigentum. Denn im bundesdeutschen Durchschnitt leben in Mieterhaushalten nur 1,8 Personen, im Eigentum hingegen 2,5. Das sind vor allem Familien mit Kindern. Somit liege die personenbezogene Eigentumsquote um zehn Prozentpunkte höher, also über 50%.
Gründe für das Leben im Eigentum ermittelte der IVD Bundesverband durch Befragung seiner Mitglieder. Dabei kristallisierte sich heraus, dass etwa die eigene Immobilie die einzige Form der Altersvorsorge sei, die man bereits in der Gegenwart positiv erleben könne. Weitere Argumente waren: Sicherheit vor Mieterhöhungen und Inflationsschutz, da die Immobilie erfahrungsgemäß vor Geldentwertung schütze. Derzeit motivieren die niedrigen Zinsen zum Kauf. Nach wie vor würden häufig Steuervorteile und Förderungen als Kaufgrund genannt. Am wichtigsten ist den Käufern jedoch ihre Unabhängigkeit selbst bestimmt leben zu können, so der IVD.
Übrigens Inflationsschutz, dazu äußerte sich kürzlich Dr. Georg Reul, Mitglied des Vorstands der IVG. Dies sei zwar ein Thema, das angesichts der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank für viele Fachleute derzeit kein wirklich ernst zu nehmendes Thema sei. Mitten in einem von Deflationsbefürchtungen geprägten Umfeld mit tendenziell sinkenden Preisen über Inflation zu sprechen, scheine erst einmal widersprüchlich. Doch die Kombination aus einer äußerst expansiven Geldpolitik und einer Finanzpolitik mit hoher Neuverschuldung wecke zumindest die Furcht vor einer später aufkeimenden Inflation, so Reul. (gi24/DIB, Nr. 201, Foto: © bluefeeling, pixelio.de)
Weitere Artikel, die Sie auch interessieren könnten:
