Private und risikofreudige Investoren prägen den Hotelmarkt: Gute Produkte sind weiter rar – Business- und Mittelklassehotels besonders gefragt. „Nach einer kurzen Verschnaufpause im dritten Quartal kauften viele Investoren in den letzten drei Monaten des Jahres 2011 noch einmal kräftig ein und sorgten dafür, dass die Schwelle von einer Milliarde Euro Transaktionsvolumen auf dem Hotelinvestmentmarkt noch deutlich geknackt wurde“, sagt Andreas Trumpp, Head of Research bei Colliers International in Deutschland. Insgesamt summierte sich das Jahresergebnis auf gut 1,1 Mrd. €, was im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung um knapp 19 % entspricht. Verkäufe mit einem bei institutionellen Investoren im Fokus stehenden Volumen von über 10 Mio. € machten dabei mit 990 Mio. € (90 % Marktanteil) den Löwenanteil aus. Hotelportfolios waren 2011 allerdings weniger gefragt als 2010. Ihr Anteil am Investmentvolumen lag mit 15 % deutlich unter dem Vorjahreswert von 40 %. Insgesamt hatten Hotelimmobilien mit dem erreichten Jahresergebnis einen Anteil von knapp 5 % am gesamten gewerblichen Immobilien-Investmentmarkt.
„Ein im Jahresvergleich komplett unterschiedliches Bild ergibt sich beim Blick auf die im Jahr 2011 am Markt aktiven Käufer“, sagt Andreas Trumpp. „Während 2010 Eigennutzer und Corporates sowie offene und geschlossene Immobilienfonds mehr als die Hälfte des angelegten Kapitals investierten, waren es 2011 vor allem private und risikofreudige Investoren, die den Markt prägten.“ Sechs der zehn größten Transaktionen des Jahres entfielen auf diese Käufergruppen. Private Anleger kauften Hotelimmobilien für rund 323 Mio. €, Investoren mit value-add bzw. opportunistischeren Anlagestrategien für knapp 260 Mio. €. Eigennutzer und Corporates landeten auf dem dritten Platz und waren mit einem Anlagevolumen von ca. 136 Mio. € schon deutlich zurückhaltender beim Ankauf von Hotels. „Der Anteil internationaler Investoren lag mit etwa 66 Prozent noch einmal höher als 2010, was auf die hohe Attraktivität des deutschen Hotelimmobilienmarkts sowie das große Vertrauen in dessen Stabilität seitens der aus dem Ausland kommenden Anleger schließen lässt“ sagt Andreas Erben, Geschäftsführer der Colliers Hotel GmbH.
Wie im Vorjahr standen auch 2011 wieder Drei- und Viersternehotels im Investorenfokus. Mit 59 %, was 650 Mio. € entspricht, war ihr Anteil am Transaktionsvolumen geringfügig höher als 2010. Allerdings konnten 2011 besonders die 2010 noch wenig beachteten Luxushotels eine hohe Nachfrage auf sich ziehen. Gut 29 % bzw. 323 Mio. € entfielen auf dieses Segment. Ein- bis Zweisternehotels, die 2010 noch 30 % des Investmentvolumens auf sich vereinen konnten, spielten 2011 mit 7 % nur eine untergeordnete Rolle. Die Nachfrage nach Economy-Produkten war im Jahr 2011 ungebrochen. Limitierend wirkte sich allerdings das weiterhin stark begrenzte Angebot in diesem Marktsegment aus, da die passenden Produkte fehlten.
„In Anbetracht der derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen prognostizieren wir für das Jahr 2012 eine noch stärkere Nachfrage nach Sachwerten, von welcher zweifelsohne auch der deutsche Hotelimmobilienmarkt profitieren sollte“, fasst Andreas Erben seine Erwartungen zusammen. „Sorgen bereitet uns derzeit eher die zu erwartende restriktive Finanzierungspolitik der Banken, speziell in der Asset-Klasse Hotel. Aus diesem Grund erwarten wir für 2012 eine verstärkte Aktivität eigenkapitalstarker Investoren sowie eine stärkere Nutzung alternativer Finanzierungsformen durch Mezzanine- und Equity-Partner“, ergänzt er. Das Transaktionsvolumen wird sich nach Einschätzung der Experten in etwa auf Vorjahresniveau einpendeln.
Foto: © paulo Jorge cruz – Fotolia.com
Weitere Artikel, die Sie auch interessieren könnten:
