Für alle, die neu bauen wollen oder Bestandsbauten umbauen, gilt seit Oktober die Energieeinsparverordnung EnEV 2009 mit verschärften Grenzwerten und Anforderungen.
Wie sich das im Einzelnen auswirkt, ist ein komplexes Thema für Fachleute. Eine handliche Übersicht, aus der auch Nutzer ersehen können, was sie von ihren Bauherren oder Anbietern erwarten dürfen, hat das online-Portal Baunetz zusammengestellt (baunetzwissen.de). Dass Denkmalschutz und Umweltschutz sich gegenseitig widersprächen, sei ein weit verbreitetes Missverständnis, darauf verwies der Landeskonservator Rheinland Udo Mainzer anlässlich einer Fachtagung "Denkmalpflege und ökologische Sanierung" der FH Köln. Im Gegenteil, Denkmalschutz sei praktizierter Klimaschutz, denn Baudenkmale, die meist ohnehin aus ökologisch unbedenklichen Baustoffen erstellt sind, zu erhalten, heißt Ressourcen schonen. Ausschlaggebend sei die Gesamtenergiebilanz und nicht nur der Heizenergiebedarf. Nur 0,2% des Gebäudebestandes in deutschen Städten stehen unter Denkmalschutz. Aber auch sie lassen sich optimieren, etwa durch Innendämmung, jedoch Niedrigenergiestandard sei nicht zu erreichen. Das fordert auch die EnEV 2009 nicht. Denkmalgerechte Sanierung ist sinnvoller Weise ausgenommen, denn hier muss alles vermieden werden, was langfristig die Substanz schwächt. Wenn einmal durch falsche Dämmung der Schimmel im Holzwerk sich breit macht, kann das sogar die Statik gefährden.
Förderpolitik für energetische Maßnahmen wecke oft falsche Erwartungen, mahnt Mainzer und ruft alle Eigentümer auf, frühzeitig mit den Fachleuten der Denkmalbehörden nach Lösungen zu suchen. (Gi24/DIB, Nr. 207, Foto: © ehuth, pixelio.de)
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