Italien: Einzelhandelszentren auf der grünen Wiese weiterhin erfolgreich

Laut Savills Herbstbericht zu außerstädtischen Einzelhandelsflächen in Italien sind die italienischen Einzelhändler trotz des gesunkenen Vertrauens der Verbraucher angesichts des weltweiten wirtschaftlichen Abschwungs noch immer geschäftig. Während einerseits die Wirtschaft an Fahrt verliert, steigt andererseits die Nachfrage des Einzelhandels nach Flächen in bestehenden Einkaufszentren und -parks, die auf Produktqualität setzen.

Aus dem Bericht geht hervor, dass der Einzelhandel, insbesondere internationale Ketten wie Fnac, Footlocker und Zara, weiterhin Flächen auf hohem Niveau nachfragt. Auch eine Reihe von Supermärkten und Einzelhändlern siedeln sich in neuen Einkaufsparks im ganzen Land an. Nach Aussage des Berichts ist auch der Bereich Projektentwicklung weiterhin relativ stabil. Dieses Jahr wurden 10 neue Zentren eröffnet. Weitere Objekte mit einer Fläche von 1 Mio. Quadratmeter sind noch im Bau, auch wenn Neueröffnungen vor allem auf bereits genehmigten und finanzierten Plänen basieren. In Zukunft wird sich auch die Zahl noch nicht fertiggestellter Projekte verringern.

Lionello Rosina, Head of Savills Italien, führt aus:

„Zwar sind Einzelhändler und Investoren durch die negativen wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen verunsichert, aber außerstädtische Einzelhandelsflächen in Italien waren nie im Überfluss vorhanden. Daher gehen wir davon aus, dass wir auch in Zukunft bei der Vermittlung von Qualitätsimmobilien erfolgreich sein werden.“

Derzeit liegen die Spitzenmieten in erstklassigen Einkaufszentren für Einheiten mit 150 qm bei 800 € pro Quadratmeter und Jahr. Für Einheiten zwischen 1.000 und 1.500 qm sind im Jahr 300 € für den Quadratmeter zu zahlen.

Was die Investments angeht, so haben sich die Renditen, wie auch in anderen Bereichen, abgeschwächt und das Preisniveau ist unklar. Gibt es potenzielle Käufer, so ist das Angebot an qualitativ hochwertigen Objekten eher rar. Susan Trevor-Briscoe von Savills Research führt aus:

„Die Erwartungen von Verkäufern und Käufern decken sich noch immer nicht. Es besteht kein Zweifel, dass die Renditen für erstklassige Objekte gesunken sind. Das Ausmaß des Yield Shift, geschätzt auf durchschnittlich bis zu 100 Basispunkte in einem Jahr, wird sich erst in 2009 ermitteln lassen, wenn das Geschäft wieder anläuft. Bei weniger exklusiven Objekten wird die Verschiebung höher sein als im Premiumsegment.“

Der Bericht zeigt auch, dass die italienische Wirtschaft insgesamt schwächelt: Im August 2008 sind die Verbraucherpreise um 4,1 % gestiegen. Allgemein wird weniger ausgegeben. Der Einzelhandel verbuchte im Juli 2008 ein Plus von 2,1 % im Vergleich zu 2007. Berücksichtigt man die Inflation, so lagen die Einzelhandelsumsätze im Zeitraum von Januar bis Juli 2008 tatsächlich 0,1 % unter denen des Vorjahreszeitraums.

In Italien gibt es derzeit etwa 795 Einkaufszentren mit einer Gesamtfläche von 11,6 Mio. Quadratmetern. 88,7 % der außerstädtischen Einzelhandelsobjekte sind Einkaufszentren. Einkaufsparks schlagen dabei mit 8,2 % und Factory-Outlets mit 2,9 % zu Buche. Die außerstädtischen Einzelhandelsflächen sind nicht gleichmäßig über das Land verteilt: 59,2 % befinden sich derzeit im Norden, nur 16,6 % im Süden und 24,2 % in Mittelitalien.

Für die Zukunft prognostiziert Savills, dass es aufgrund stockender neuer Entwicklungsprojekte und des langen Planungsprozesses in diesem Sektor nicht zu einem Überangebot kommen wird. Die Spitzenmieten werden wohl zumindest für gute und qualitativ hochwertige Objekte, in denen die Nachfrage auch zukünftig nicht sinkt, stabil bleiben. Es wird eine noch stärkere Differenzierung zwischen Premiumobjekten und weniger exklusiven Objekten geben, da der Einzelhandel sein Markenangebot konsolidieren und auf Qualitätsstandorte setzen wird.

Quelle: Savills

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