Wie sich die Situation der Gesamtwirtschaft aktuell darstellt, lässt sich auch der Status quo am deutschen Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien zur Halbzeit des Jahres 2009 beschreiben. Es scheint eine "gefühlte" Belebung auf der Investorenseite zu geben, ohne dass diese sich in realen Transaktionen widerspiegelt. Die Stimmungsaufhellung wird zwar auch durch aktuelle Umfragen belegt, dennoch gehen die Einschätzungen zum Marktgeschehen genauso stark auseinander, wie sich auch die Investoren-Nachfrage polarisiert. "Das von uns bereits zum Jahresanfang prognostizierte "Ausdünnen der Mitte" hat sich fortgesetzt und in den letzten Wochen sogar noch verstärkt. Entweder suchen Investoren core-Produkte, also höchst mögliche Sicherheit mit voll vermieteten Objekten, lang laufenden Mietverträgen und bonitätsstarken Mietern, oder opportunistische Objekte mit möglichst zweistelliger Rendite, kurzen Restvertragslaufzeiten und/oder Leerstand", so Marcus Lemli, Leiter Leasing & Capital Markets Jones Lang LaSalle Deutschland.
Diese Scherenentwicklung lässt sich an zwei weiteren Aspekten festmachen:
All das zusammen führt zu einer gewissen Lähmung und einem Transaktionsgeschehen, welches mit 1,9 Mrd. Euro im 2. Quartal zwar über dem der ersten drei Monate lag (plus 11 %), in der Halbjahresanalyse aber mit 3,7 Mrd. Euro um rund 70 % unter dem Halbjahrergebnis aus 2008 bleibt. Auch wenn wir für das zweite Halbjahr eine Belebung des Marktes erwarten, so wird sich das Transaktionsvolumen bei einem Wert zwischen 10 und 12 Mrd. Euro einpendeln, entsprechend dem Niveau der Jahre 2003/2004.
Mittlerweile liegt die durchschnittliche Größe einer Transaktion bei nur noch knapp 13 Mio. Euro, und Portfoliodeals sind fast gänzlich vom Markt verschwunden (Relation Einzeltransaktion zu Portfolios liegt volumenmäßig bei 83 % zu 17 % und bezogen auf die Anzahl bei sogar 92 % zu 8 %). (gi24/JLL)
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