Münchener Hotelmarkt verzeichnet Rückgang bei Übernachtungen

Hotelmarkt München verzeichnet moderaten Übernachtungsrückgang – Inlandsnachfrage sogar um 4,6 Prozent gestiegen.

Im Umgang mit der weltweiten Rezession konnte sich München laut Hotelmarktbericht der Dr. Lübke GmbH behaupten und musste in den ersten acht Monaten nur einen Übernachtungsrückgang von 1,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres verkraften. Die zurückhaltende Nachfrage ausländischer Gäste wurde dabei durch ein erhöhtes Buchungsaufkommen deutscher Besucher weitgehend kompensiert. Mit 52 Prozent entfielen knapp über die Hälfte der Übernachtungen auf Geschäftsreisende. Der hohe Anteil Freizeitreisender sorgte indes für ein stabiles Auslastungspotenzial auch an den Wochenenden. München ist wie alle Big5-Standorte dabei, sein Bettenangebot weiter auszubauen. So sind allein in diesem Jahr bislang ca. 1200 Zimmer, jeweils hälftig im 2 bis 3-Sterne sowie im 4 bis 5-Sterne-Segment, neu hinzu gekommen. Bis Ende 2011 plant beziehungsweise baut die Kettenhotellerie weitere Markenhotels mit über 2200 Zimmern. Alexander Trobitz, Leiter Hotel, ist sicher, dass „der Wettbewerbsdruck die Hoteliers veranlassen wird, verstärkt an der Markenprofilierung, neuen Konzepten sowie Kostensenkungsprogrammen zu arbeiten.“

Tourismus bleibt wichtiger Wirtschaftsfaktor
Die bayrische Metropole profitierte in den letzten fünf Jahren vom stetig zunehmenden weltweiten Touristenstrom und konnte in 2008 – im Jahr des 850. Stadtjubiläums – nochmals auf ein Rekordergebnis von fast 10 Millionen Übernachtungen zurück blicken. Mit diversen Ausstellungen, darunter für Kandinsky und Tutanchamun, Museumsneueröffnungen und dem traditionellen Oktoberfest setzt die Stadt trotz Pandemiebefürchtung auch in 2009 weiter konsequent auf die kulturelle Attraktivität. München ist mit Berlin und Hamburg eines der beliebtesten Städtereisendeziele – auch für Amerikaner, Italiener, Briten, Iren und Schweizer, die zusammen 35 Prozent der ausländischen Gäste darstellen. Obwohl München wie alle deutschen Metropolen dieses Jahr mit einem Rückgang der ausländischen Buchungen, insbesondere durch Besucher aus den Golfstaaten, zu kämpfen hat, ist der Anteil internationaler Gäste im vergangenen Jahrzehnt insgesamt gestiegen.

Wettbewerbsdruck wird Marktkonsolidierung voran treiben
Wurde über die letzten fünf Jahre das zunehmende Bettenangebot jeweils durch das Nachfragewachstum absorbiert, zeichnet sich seit Jahresbeginn durch sieben neue Hotels eine spürbare Wettbewerbsverschärfung ab. Zwangsläufig hat sich die Zimmerauslastung um 6,4 Prozent auf 62,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr reduziert. Die Belegungsquote verschafft München im Top-10-Ranking der deutschen Hotelstandorte dennoch den dritten Platz hinter Hamburg und Berlin. Für die nächsten zwei Jahre ist durch in Bau oder Planung befindliche Projekte mit einem Kapazitätszuwachs von weiteren ca. 4400 Betten zu rechnen. Dennoch gehört München laut Trobitz eindeutig zu den „Zukunftsregionen und bietet im Segment der Budget- und individualisierten Kettenhotellerie solide Perspektiven für Betreiber und Investoren.“ Durch den bundesweit dritthöchsten durchschnittlichen Zimmerpreis, erzielte München im ersten Halbjahr 2009 trotz RevPar-Einbußen um 15,3 Prozent immerhin den gleichen Zimmererlös wie Frankfurt. Um an die Performance des letzten Jahres anzuschließen, ist München jedoch wie alle Metropolen von der Wiederbelebung des Geschäftsreisemarktes und des internationalen Reiseverkehrs abhängig. Profitieren könnte der Hotelmarkt auch weiterhin vom Medizintourismus reicher Ausländer, solange sich die hohe Qualität deutscher Medizintechnologie gegenüber asiatischen Leistungsangeboten durchsetzen kann.

Keine neuen Luxushotels in den nächsten zwei Jahren
Mit dem neu eröffneten Boutiquehotel Louis am Viktualienmarkt verfügt München über insgesamt zwölf 5-Sterne-Hotels. Die in Planung oder Bau befindlichen Objekte weisen im Gegensatz zu Hamburg und Frankfurt für die nächsten beiden Jahre kein Luxussegment auf. Vielmehr wird das neue Bettenangebot in 2 bis 3-Sterne-Häusern gegenüber den 4-Sterne-Häusern um 30 Prozent höher ausfallen. Der Hotelinvestmentmarkt wird bislang dominiert durch den Erwerb des Rocco Forte-Hotels „The Charles“ durch das Family Office AM alpha sowie eines 4-Sterne-Hauses seitens der Invesco Real Estate für ihren Hotelfonds. (GI24/Lübke)

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