Einzelhandel: Lübeck zählt in Schleswig-Holstein zu den wichtigsten Standorten

Lübeck ist laut des Maklerunternehmens Comfort neben den Oberzentren Kiel und Flensburg einer der drei wichtigsten Einzelhandelsstandorte im Bundesland Schleswig-Holstein. Die von der Fläche her größte Stadt Schleswig-Holsteins verfügt über rund 214.000 Einwohner und gilt als einer der wichtigsten touristischen Anziehungspunkte im Norden Deutschlands. Die wasserumschlossene Altstadt mit ihren rund 1.800 denkmalgeschützten Häusern ist Kern einer höchst lebendigen Großstadt. Die alte Hansestadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, bietet heute mehr als nur Thomas Mann, Marzipan und das Holstentor. Sie ist das Wissenschafts- und Produktions- und Dienstleistungszentrum an der Ostsee und verfügt über den größten Fährhafen Europas.

Der Einzelhandel in der Lübecker Innenstadt profitiert in hohem Maße von der touristischen Ausstrahlung der Stadt, was umso wichtiger ist, als dass die Einzelhandelsstandorte in Schleswig Holstein zueinander in einem engen Wettbewerb stehen und gleichzeitig noch mit der Metropole Hamburg mit mehr als 1,7 Millionen Einwohnern und 2.433.000 qm Einzelhandelsfläche konkurrieren. „Lübeck jedenfalls ist im Vergleich zu den anderen Oberzentren in Schleswig-Holstein mit Abstand der Klassenbeste und hat den Aufstieg in die Bundesliga vollzogen“, sagt Günter Rudloff, Geschäftsführer des auf die Vermittlung von Ladenlokalen und Geschäftshäusern in 1A-Lagen deutscher Innenstädte spezialisierten Makler- und Beratungsunternehmens COMFORT Hamburg GmbH.

Die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in 1A-Lagen in der Lübecker Altstadt ist weiterhin enorm hoch, berichtet Rudloff. Eine Vielzahl von Projektentwicklungen in 1A-Lage konnte an internationale Filialisten vermietet werden und hat die Attraktivität Lübecks als Einkaufsstadt spürbar erhöht. Gleichzeitig haben diese Ansiedlungen mit Magnetfunktion auch die Zentralität des Standortes weiter verbessert, die für das Jahr 2008 von der BBE, Köln mit 149,6 angegeben wurde. 2006 waren es noch 140,1. Auch die Mieten sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. In Lübeck werden nach COMFORT-Beobachtungen aktuell Mieten bis zu 110 Euro/qm für Ladenflächen von 80 bis 120 qm gezahlt. Für Flächen mit einer Größe von etwa 1.000 qm werden in der Spitze immer noch 65 Euro/qm geboten. Daraus ergibt sich eine Mietpreissteigerung der letzten fünf Jahre von mehr als 34 Prozent, die deutlich oberhalb des Bundesdurchschnittes liegt, der sich bei etwa 19 Prozent bewegt.

Während Lübeck in den 1990er Jahren gesättigt von den außergewöhnlichen Umsätzen nach der Wiedervereinigung im Dornröschenschlaf lag, setzte mit der Schließung des Haerder-Kaufhauses ein Umdenken ein. Die Stadt hatte erkannt, dass sie ihre Innenstadt stärken muss – auch mit dem Bau eines innerstädtischen Einkaufzentrums. Zudem wurde das Konzept der autofreien Stadt aufgegeben.

Das neue fünfgeschossige Einkaufszentrum Haerder-Center ergänzt seit Ende Oktober 2008 am oberen Ende der Breite Straße das Angebot. Der Namensgeber für das neue Haerder-Center ist das traditionsreiche ehemalige Kaufhaus "Haerder", an dessen altem Standort das Center errichtet wurde. Es liegt vis-à-vis zum Lübecker Kohlmarkt an der Schnittstelle der Haupteinkaufsstraßen Breite Straße, Holstenstraße und Königstraße. Zwar müsse das Haerder-Center grundsätzlich als eine Verbesserung gegenüber dem vorherigen Zustand betrachtet werden, meint Günter Rudloff, seine konzeptionellen Schwächen seien jedoch nicht zu übersehen. Insbesondere die Verteilung der Einzelhandelsflächen über vier Ebenen mit einer jeweils nur geringen Grundfläche schränkt die Nutzung stark ein. Dies mache sich auch an einigen Leerständen bemerkbar. Hauptmieter ist die Modekette New Yorker. Mit den neuen 13.200 qm und 208 zusätzlichen Parkplätzen in der Innenstadt wird eine Entwicklung fortgesetzt, die Anfang 2005 mit der Ansiedlung von Peek & Cloppenburg im Frühjahr 2005 direkt am Markt begann. Die Präsenz von Peek & Cloppenburg hat nicht nur zu einer wesentlichen Lageverbesserung des Bereiches Kohlmarkt und Holstenstraße geführt, sondern aufgrund des Nachfragedruckes vor allen Dingen die 1A-Lage Breite Straße weiter gestärkt. Die Breite Straße muss laut Günter Rudloff als die absolute TOP-1A-Lage Lübecks betrachtet werden. Durch die starke Verbesserung sei mittlerweile sogar davon auszugehen, dass der voraussichtlich demnächst verkehrsberuhigte Teil der Sandstraße, in welche die Breite Straße ausläuft, selbst das Potenzial besitze, sich zu einer 1A-Lage zu entwickeln.

In den letzten fünf Jahren hat allein die COMFORT Hamburg GmbH im Zusammenwirken mit der CENTRUM Grundstücksgesellschaft mbH fünf Projektentwicklungen mit einem Projektvolumen von rund 110 Millionen Euro in Lübecks TOP-Lage realisiert. Dabei entstanden nicht weniger als 16.500 qm Verkaufsfläche. Zu diesen Entwicklungen zählen neben dem oben erwähnten Peek & Cloppenburg-Haus am Markt 1 auch die Geschäftshäuser Breite Straße 39-43 mit den Mietern Zara, Woolworth und Buddelei, die Breite Straße 47-53 mit den Mietern Hennes & Mauritz, Ihr Platz und Roland Schuhe als auch die Breite Straße 37 mit dem international agierenden dänischen Modehändler Bestseller, der auf 900 qm seine Linien Vero Moda und Jack & Jones anbietet. Zusätzlich hat die COMFORT Hamburg mit der Vermietung der Breite Straße 29 an die Firma Mexx diesen Bereich der Fußgängerzone gestärkt.

Als aktuelle Projektentwicklung Nummer sechs hat die COMFORT Hamburg gemeinsam mit der CENTRUM Grundstücksgesellschaft nun an der Breite Straße 36-42 Ecke Beckergrube die Neuentwicklung eines Geschäftshauses initiiert. Die Eröffnung des modernen Geschäftshauses mit seiner auffällig gestalteten Fassade auf dem Lübecker Landesbank-Gelände wird für Ende April 2009 erwartet. Die Flächen sind mit rund 1.260 qm Mietfläche an s. Oliver und mit ca. 1.540 qm Mietfläche an Esprit für einen Flag-shipstore vermietet. Auf rund 1.100 qm Ladenfläche siedelte sich zudem ein REWE-Supermarkt an. Lübeck erhält damit drei weitere wichtige Magnete.

Die Nachfragesituation in der Hansestadt Lübeck hat sich aufgrund dieses Gesamt-engagements in den letzten Jahren stetig gesteigert. Dies nicht, obwohl es bereits einige erfolgreiche Einzelhandelsentwicklungen in Lübeck gegeben hat, sondern gerade deswegen.

„Da sich erfolgreiche Einzelhändler gerne dort ansiedeln, wo andere vor ihnen bereits Erfolg hatten, hat sich dieses Teilstück der Breite Straße zur absoluten 1A-Lage entwickelt.“ erklärt Rudloff.

Die parallel zur Breite Straße verlaufende Königstraße bleibe eine B-Lage. Hier bereite vor allen Dingen die Königspassage Sorgen, die zunehmend von attraktiven Mietern verlassen werde und sich entsprechend negativ entwickle. Abschließend, so Rudloff, müsse man konstatieren, dass Lübeck beste Chancen hat, den Konkurrenzkampf mit dem Einzelhandel der umliegenden Standorte für sich zu entscheiden. Voraussetzung hierfür sei natürlich, dass die Ansiedlung innenstadtrelevanter Sortimente in der Peripherie ausbleibt. Welch negative Folgen dies auf eine Innenstadt habe, könne derzeit im benachbarten Kiel beobachtet werden.

gi24/Comfort

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