Westeuropa: Ladenmieten werden 2009 deutlich sinken

Von Werner Rohmert

Während in den Toplagen nach Einschätzung von CB Richard Ellis die Mieten bis heute steigen, erwartet King Sturge für 2009, dass die Einzelhandelsmieten in vielen westeuropäischen Märkten deutlich nachgeben werden. Besonders die großen fünf Wirtschaftsnationen Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien werden dies zu spüren bekommen.

Die Prognose fällt jedoch nicht für alle Länder des europäischen Kontinents negativ aus. Für die aufstrebenden mittel- und osteuropäischen Länder Bulgarien, Tschechien, Polen, Rumänien, Slowenien und Slowakei wird ein positives Wirtschaftswachstum vorausgesagt. Die wachsende Kaufkraft und der Nachholbedarf an Einzelhandelsflächen sollten den Markt stärken. Die Mieten in den Toplagen von Städten wie Bukarest, Prag und Warschau würden um bis zu 10% steigen. Aus unserer Sicht sind hier aber die aktuellen Auswirkungen der Krise mit besonders harten Wachstumsbremsen in diesen Ländern noch nicht eingepreist.

King Sturge stuft in seiner auf der Mapic vorgestellten Studie European Retail Property Market 2009 den Einzelhandelssektor derzeit als unsichersten Sektor im Gewerbeimmobilienmarkt ein. Es müsse jedoch zwischen den Investment- und Mietmärkten unterschieden werden. Mietmärkte würden sich generell als robust erweisen.

Allerdings müssen alle Aussagen länder- und städtespezifisch unter die Lupe genommen werden. Vor allem in Deutschland sind starke regionale Unterschiede zu erkennen. Im Süden werden Steigerungen bei den Einzelhandelsumsätzen von rd. 36% in den nächsten 10 Jahren, in vielen ostdeutschen Städten wie Chemnitz und Leipzig jedoch von weniger als 10% vorhergesagt. Auch die Objektpreise geraten unter Druck, in Einzelfällen um bis zu -30%.

Nicht ganz mit den Recherchen von King Sturge „unter einen Hut“ zu bringen, ist das Ergebnis des Global Retail Rents-Berichts von CB Richard Ellis. International tätige Einzelhändler werden sich als Reaktion auf die gegenwärtige wirtschaftliche Lage bei Expansionen verstärkt auf die weltweit führenden Retail-Destinationen konzentrieren. Der Abstand zu den Locations der zweiten Kategorie wird größer. Unter den Top 25-Metropolen befinden sich jedoch auch viele der führenden Shopping-Ziele der Welt. Neben Miami, Hongkong und New York sind auch Shanghai, London und Singapur vertreten. Berlin ist die einzige deutsche Stadt in dieser Auflistung.

Der teuerste Einzelhandelsstandort weltweit bleibt lt. CB Richard Ellis New York. 16 817 Euro pro qm müssen Einzelhändler dort ausgeben. Die Mietkosten liegen in New York um 75% über denen des zweitplatzierten Standorts Hongkong. Auf den weiteren Rängen folgen Moskau, London, Tokio, Paris und Sydney. München ist mit Platz 15 die teuerste Einzelhandelsstadt in Deutschland.

Die Region EMEA dominiert weiterhin die Liste der teuersten Handelsstandorte, auch wenn die Region nicht die beiden Spitzenreiter stellt. Von den Top 50 Retail-Standorten weltweit befinden sich 33 in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. 15 Einzelhandelsstandorte, mit den am stärksten gestiegenen Mietpreisen, liegen ebenfalls in dieser Region, darunter Tel Aviv, Porto und Abu Dhabi.

Quelle: HIR, Nr. 36

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